In diesem Jahr möchte ich mich ein bisschen mehr auf die Schublade der Schande konzentrieren – mein Backlog. In den letzten 15 Jahren habe ich viele Spiele gespielt – aber dummerweise noch mehr Spiele gekauft. Der Überschuss fließt dann aus dem Regal der neuen Games in die Schublade der Schande. Und die ist voll bis zur Oberkante. Statt jetzt einen weiteren Ort zu finden, in den der Überschuss vom Überschuss fließen kann – wie zum Beispiel den Umzugskarton des Vergessens – will ich die Schublade lieber angehen.
Grundsätzlich ist es ja nett, immer eine gewisse Auswahl zu haben, wenn ich ein neues Spiel spielen will. Aber oft bin ich einfach faul und spiele, was ich am bequemsten und am einfachsten direkt spielen kann. Das ist dann meistens ein Spiel, das ich zeitnah gekauft habe und auf PS5 oder Switch spielen kann.
Ich habe aber eigentlich auch kein schlechtes Setup für ältere Spiele. Und eigentlich müsste ich mit dem Stuhl nur rüberrutschen, die Röhre anwerfen, auf dem Scart- oder AV-Switch auswählen, die entsprechende Konsole starten und das Spiel einlegen.
Aber mein Scart-Switch hat einen Hau, und er reicht auch nicht mehr für alle Konsolen. Und so sorgt der defekte Switch für wechselnde, falsche Farbdarstellung und regelmäßigen Verlust des Syncs und damit plötzliche Komplettausfälle mitten im Spiel. Dazu kommt dann gelegentliches Umstecken von Scart-Steckern, und das nervt – denn es ist immer die Konsole die neu verstöpselt werden muss, die ich gerade spielen will. Ein neuer Switch ist nun endlich unterwegs aus China – das Ende der Ausreden.
Und ich habe auch noch eine Menge echter Klassiker, die ich nie gespielt oder nie beendet habe. Da sind richtige Banger und auch spielgeschichtlich wichtige Titel dabei, und ich habe Bock, die endlich mal nachzuholen. Und nachdem das letztes Jahr ganz gut funktioniert hat, möchte ich mir erneut ein paar Games rauspicken, die ich mir aktiv auf die To-do-Liste lege und die ich dieses Jahr auf jeden Fall spielen will.

Seitdem ich wie ein Monk jeglichen Spielfortschritt notiere, habe ich im Schnitt so 20–25 Titel im Jahr geschafft. Ich glaube ich bin der einzige Mensch der Welt, der während der Corona-Jahre weniger gezockt hat – aber so wars. Also rund 20 oder mehr Spiele werden es wohl auch dieses Jahr. Dementsprechend habe ich mir 10 Titel aus der Schublade der Schande ausgesucht. Das heißt, ungefähr jeder zweite Titel dieses Jahr soll aus dem Backlog stammen. Jedes Game auf einer anderen Konsole. Hier meine Auswahl.

Metroid (NES)
Ich bin als Kind mit Teil 2 auf dem Game Boy eingestiegen, das Original habe ich nie gespielt. Wird Zeit, denn wie die Domain dieser Website zeigt, mag ich das Genre, das dieser Klassiker begründet hat.
Ich denke, es wird unausgereifter und kryptischer sein als seine Nachfolger – vielleicht wie beim ersten Zelda.

Axelay (SNES)
Shmups machen mir nichts, aber ich liebe die audiovisuelle Aufmachung von Axelay. Pixelart, Sound-Design und vor allem der Soundtrack machen das Spiel zu einem meiner SNES-Favoriten. Ich habe es schon oft gespielt, aber nie ernst genommen und durchgezogen. Vielleicht erst mal auf Easy und dann gucken.
Arms installation complete – good luck!

Golden Eye 007 (N64)
Tausend Stunden im Multiplayer abgeleistet, aber nie die Kampagne beendet – oder? Ich erinnere mich, dass ich die Kampagne gespielt habe und das nicht nur halbherzig. Aber habe ich es je beendet?
Besser wird das Spiel wahrscheinlich nicht mehr. Ich habe Bock, den Klassiker zu spielen und abzuhaken. Vorher mal das Modul reinigen, das ist ja super dreckig.

Mystic Quest (GameBoy)
Mystic Quest: Identity Crisis. Eigentlich ein Spiel der Final-Fantasy- und/oder Mana-Serie. Und weil man sich nicht entscheiden wollte, gab’s das dann in Europa unter eigenem Namen. Im Gegensatz zum SNES-Ableger ein Action-Adventure. Also statt rundenbasierenden Kämpfen gibt’s Echtzeit-Aktion.
Ich erinnere mich an einen Kampf gegen einen Tiger, aber habe ich es zu Ende gespielt? Keine Ahnung.

Metal Gear Solid (PS1)
Ok ok ok, riesen Versäumnis. Eigentlich unentschuldbar.
Ich muss gestehen, dass ich bei Metal Gear vor allem immer an der Erzählung abpralle. Die ist für mich gefühlt immer so weit drüber, dass sie mir nervig und dumm erscheint.
Ich weiß aber auch, dass viele Leute die Geschichte und Erzählung lieben, und ich will mich noch mal darauf einlassen. Denn ich denke, ich bin hier das Problem, das zwischen mir selbst und einem coolen Spiel steht.

Disneys Aladdin (MegaDrive)
Ich war ein SNES-Kind. Ich liebe Aladdin auf dem SNES. Ich denke, der MD-Aladdin ist nur ein Grafikblender mit Labyrinth-Leveln. Aladdin hat man ein Schwert gegeben – obwohl er im Film nie ein Schwert benutzt – einfach, um das Spiel cooler zu machen. Es mag hübscher sein, aber ein schlechteres Spiel als der SNES-Ableger.
Ich weiß, das sind keine Hot Takes mehr, aber ob die Meinung standhält, will ich endlich mal ausprobieren.

Kameo (XBox360)
Einen Nachmittag gespielt und für cool befunden, dann habe ich irgendwie vergessen, es zu Ende zu spielen. Wie kann man vergessen, einen Rare-Klassiker zu Ende zu spielen? Vielleicht, weil es kein Klassiker ist? Finden wir’s raus!
Am Ende spiele ich das aus Faulheit in der Rare Replay Collection, oder?

Resident Evil (GameCube)
Riesen Versäumnis Nr. 2 – aber ich mag keinen Survival-Horror. Ich erinnere mich, dass ich bei Erscheinen der PS-Variante bei einem Kumpel zugesehen habe, wie er es spielt. Die GameCube-Variante ist ja quasi schon ein Remake, mit schönerer Grafik und ein paar Veränderungen. Ich weiß nicht, ob es mir gefallen wird.
Trotzdem: Die Reihe ist zu groß und zu legendär, um sie nicht wenigstens mal auszuprobieren. Und wenn am Ende rauskommt, dass ich doch Survival-Horror mag, wäre das großartig.

Jak & Dexter (PS2)
Ein 3D-Platformer-Collectathon: Wieso habe ich den nie gespielt? Das ist doch auf jeden Fall ein Genre und ein Spiel, das mir gefallen müsste.
Das Ganze kommt von Naughty Dog, sollte also zumindest gut sein. Ich erwarte einen soliden Platformer mit edgy Charakteren und viel zu vielen Dingen zum Einsammeln.

Time Splitters 2 (XBox)
Ein echter FPS-Klassiker mit Hardcore-Fangemeinde, viel Humor und coolem Zeitreise-Gimmick: das klingt doch eigentlich toll.
Kommt auch von Devs, die an GoldenEye gearbeitet haben, es sollte also Sinn ergeben, diesen Titel erst nach GoldenEye zu spielen.
Das sind die Titel, die ich in unbestimmter Reihenfolge dieses Jahr spielen will. Mein Plan ist es, jedes zweite Spiel, das ich anfange, aus diesem Pool zu wählen, so wie ich gerade Bock habe. Wenn ich durch bin, werde ich berichten.


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