PickUps #02 – Phantom Hourglass Pizza

Ich kaufe Dinge, vergleiche sie mit Pizza und freue mich darüber. Heute mit extra viel Kindheitserinnerungen.

The Legend of Zelda: Phantom Hourglass

A Link to the Past war für mein 13-jähriges Ich so etwas wie ein Erweckungserlebnis. Erst habe ich das gar nicht so richtig kapiert. Wo muss ich denn hin? Es regnet, die Palastwachen sind alle mies zu mir – wie kommt man hier ins nächste Level? Ich habe das ganze Konzept einfach nicht verstanden. Ich habe dann meinen Kumpel Tobi angerufen, der mir das Spiel geliehen hatte, und der meinte: „Du musst rechts um den Palast rum und den versteckten Eingang finden.“ – und dann hat es bei mir irgendwie Klick gemacht, und ich habe mein Kinderzimmer die Osterferien über nur für die Verrichtung der Notdurft verlassen. Als Zelda dann auf dem Game Boy, N64, GameCube usw. erschien, habe ich es ähnlich gehandhabt – und handhabe es eigentlich immer noch so. Außer, dass ich keine Schulferien mehr habe.

Über die Jahre habe ich bis auf Adventure of Link alle Zelda-Spiele gespielt und beendet – ich besitze aber nicht alle. Irgendwie ist mir die Serie aber doch lieb und teuer, und da hätte ich dann doch schon gerne alle Teile in physischer Form beisammen. Und als meine Partnerin mich neulich fragte: „Und was ist dann, wenn du alle Teile zusammen hast?“, musste ich eine Weile überlegen und konnte dann nur ein bisschen dümmlich antworten: „Dann habe ich alle Teile zusammen.“

Nach und nach schließe ich über die Jahre immer mal eine Lücke, wenn es sich ergibt. Neben Majora’s Mask fürs N64 fehlen mir nur noch Minish Cap, die beiden Oracle-Teile und – jetzt nicht mehr – Phantom Hourglass. Lohnt sich Phantom Hourglass als Spiel denn überhaupt? Na, sagen wir es mal so: Mit Spielen der Zelda-Reihe ist es wie mit Pizza – auch schlechte Pizza ist immer noch echt in Ordnung. Phantom Hourglass ist eine schlechte Pizza.

Nun ergab es sich dieser Tage, dass ich über eine Auktion für eine schön erhaltene Ausgabe des Spiels auf eBay stolperte. Noch sieben Stunden Laufzeit, und das Höchstgebot lag bei 12 oder 13 Euro. Ich habe kurz überlegt, was ich ausgeben wollen würde, und habe dann 25 Euro geboten und die Auktion direkt wieder vergessen. Solche Gebote habe ich schon so oft abgegeben – und nie gewonnen –, dass ich mir absolut keine Chancen ausgerechnet habe. Ein paar Tage später habe ich dann bemerkt, dass ich die Auktion mit 22,50 Euro plus Porto gewonnen hatte. Richtig netter Preis.

Und so ist die Lücke neben der anderen, etwas schmackhafteren DS-Pizza – Spirit Tracks – geschlossen. Ich mag Pizza.

13 Sentinels: Aegis Rim

Ich bin dann doch eingeknickt. Seit 13 Sentinels: Aegis Rim erschienen ist und so überwältigende Kritiken erhalten hat, spiele ich mit dem Gedanken, dieses Vanillaware-Spiel zu kaufen. Der Gregor hat es über den grünen Klee gelobt, der Speckobst hat’s empfohlen. Aber ich war mir immer sehr unsicher. Aegis Rim ist eine ausschweifende Science-Fiction-Visual-Novel – soweit, so gut.

Abgehalten hat mich der Echtzeitstrategie-Part, denn an Strategie-Titeln habe ich keinen Spaß – und Strategie-Titel offenbar auch nicht an mir. Ich bin einfach mies in strategischen Fragen, vor allem wenn die Uhr läuft – das fing mit Dune 2 an und endete dann sehr schnell bei Command & Conquer. Ich hab’s probiert, war immer voll dabei und bin dann immer ein paar Missionen hinter dem Tutorial roadblockmäßig stecken geblieben – einfach nicht mein Genre.

Dann ist da noch der sehr krasse Grafikstil von Vanillaware, der mich auf der einen Seite auf eine künstlerische Art mit seiner Opulenz anspricht, auf der anderen Seite aber auch durch seine groteske Art abstößt. Der Stil scheint bei 13 Sentinels – im Vergleich zu Dragon’s Crown zum Beispiel – aber wohl auch deutlich abgemildert, und dann finde ich ihn interessant.

Was dann aber doch zum Kauf geführt hat, war die Aussage eines Users bei Reddit, dass das Spiel tatsächlich sehr einfach wäre und sich noch viel einfacher einstellen ließe. Daraufhin habe ich dann noch mal recherchiert. Was bleibt, ist die einhellige Meinung der vielen Stimmen im Netz, dass die Geschichte ihresgleichen sucht. Hier werden die Schicksale von 13 Charakteren in einer großartig präsentierten und geschriebenen Geschichte auf dramatische Weise verwoben – und das mit Mechs und Aliens. Das klingt dann schon ziemlich gut – und da das jetzt Apfel-und-Ei-mäßig für die PlayStation 4 veräußert wurde, habe ich zugegriffen.

New Super Mario Bros. 2

Man kann sich heute nur schwer vorstellen, wie gut das erste Mario Bros. auf dem NES war. Es war einfach um Welten besser als alle Platformer, die davor kamen – vor allem das Sprungverhalten und die Steuerung: präzise und gleichzeitig sehr flowig. Mario 2 fällt natürlich raus, aber Mario 3 und World haben das Spielprinzip dann noch perfektioniert und einen Potpourri toller Ideen und Level darüber ausgeschüttet. Mario World hatte auf mich als Kind eine Sogwirkung wie sonst kein Spiel davor, und ich habe Wochen damit verbracht, alle 96 Ausgänge zu finden und mir den kleinen Stern im Startmenü zu verdienen. Es war ein kreatives Feuerwerk: die riesige Welt, die Einführung von Yoshi, das Cape, die Star Road, die Koopalinge – wie gut kann ein Spiel eigentlich sein?

Nach Super Mario World war alles gesagt – und Nintendo war sich dessen bewusst, denn 16 Jahre lang passierte im klassischen 2D-Mario-Stil nichts mehr. Das 3D-Zeitalter brach an, und Mario wurde auch dort zum Pionier.

16 Jahre später wird das alte Spielprinzip wieder aus dem Keller geholt und aufgewärmt: Nintendo startet die New Super Mario Bros.-Reihe auf dem Nintendo DS. Das große Problem der Reihe ist die fehlende Originalität, denn im Grunde hat sie außer den technischen Neuerungen in Sachen Grafik und Sound nicht viel verändert – spielerisch haben die 8- und 16-Bit-Vorgänger gefühlt alles schon gemacht. Im Grunde spielt man ein Levelpack. Es erscheinen dann Ableger für die Wii und die Wii U, aber was die Originalität und den Witz angeht, spielt man lieber die Super Mario Galaxy-Titel, die parallel erscheinen.

Trotzdem: Die Level sind ganz gut, und es macht einigermaßen Spaß. Das Rad wird nicht neu erfunden, aber um sie einmal durchzuflutschen, sind die Titel prima – vor allem, weil die Spiele den typischen Nintendo-Polish haben. Und hier landen wir also bei New Super Mario Bros. 2 auf dem 3DS, dem einzigen Spiel der Reihe, das ich noch nicht gespielt habe. Der Fokus im Spiel liegt auf dem Münzensammeln – ironischerweise war es aber mit rund 10 Euro echt günstig. Vielleicht ist es auch das letzte Spiel der Serie, denn mit dem nächsten Schritt – Mario Maker – ist eigentlich keine Level-Design-Idee mehr offen. Da musste Mario Wonder dann schon einiges machen, um originell zu wirken.

Aber ob das Leveldesign und der Münzkram spannend sind? Gucken wir: Ich erwarte ein flowiges, flutschiges Durchhuschen mit ein paar netten Levelideen.

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