Ich habe anscheinend wieder ein paar Spiele gekauft. Eigentlich wollte ich ja ein bisschen auf die Bremse treten, aber mein Interesse ist mal wieder meandert. Und dann hat meine Faszination quasi von allein ein paar Spiele, die ganz gut in meine Sammlung passen sollten, aufgesammelt. Ein bisschen Retro-8-Bit, zwei Spiele aus den 2010ern und ein brandneuer Nischentitel. Dazu gibt’s dann die üblichen, ausschweifenden Anekdoten, Aufreger und komische Meinungen – sorry.
Kid Icarus

Als das NES in Deutschland erschien, war Ice Climber das erste Spiel, vor dem ich im Karstadt mit großen Augen gestanden habe. Hing ich vorher immer in der Homecomputer-Ecke rum, war es nun die Nintendo-Ecke in der Spielzeugabteilung. Denn statt Eingabeprompts gab’s hier richtige Games. Super Mario Bros., das kurz danach erschien, übernahm dann rasch in den hinter Plastik versperrten Geräten das Anlocken der Jugend und blieb dort der Evergreen, bis Super Mario 2 erschien. Das NES wurde zum Babysitter für die Kinder, deren Eltern unten im Karstadt Lebensmittel einkauften – und so auch für mich.
Das originale NES wurde dann irgendwann durch einen M82-Kiosk getauscht, und das war Fluch und Segen. War man am originalen NES so lange dran, bis es zum Game Over kam, hatte das M82 einen Timer, der die Spielsession nach drei Minuten beendete – und in der Regel wartete schon das nächste Kind darauf, an die Reihe zu kommen. Nicht selten gab’s Stress – und dann kam die Verkäuferin und hat die Konsole nach einer „Wenn-ihr-euch-nicht-benehmen-könnt“-Predigt ausgeschaltet. Aber am Kiosk hatte man die Wahl aus zwölf Spielen, und ich erinnere mich daran, dass ich so Kid Icarus zum ersten Mal ausprobieren konnte.
Und es hat mir den Hintern versohlt: Der Drei-Minuten-Timer wurde nicht annähernd ausgeschöpft.
Ich habe es ein paar Jahre später auch mal emuliert probiert, bin aber immer ein bisschen abgeprallt, da der Einstieg so schwierig war und die Links-aus-dem-Bild-Rechts-rein-Logik mich verwirrt hat – aber eine Faszination blieb. Ich habe dann im Laufe der Jahre immer mal mit dem Finger über dem Kaufen-Button gehangen, aber nie zugeschlagen.
Die Jungs von Stay Forever haben dann neulich über Kid Icarus auf dem NES gesprochen. Das hat mich wieder ein bisschen angespitzt. Und dort wurde erklärt, dass man in Sachen Schwierigkeitsgrad nach dem ersten Level erst mal aus dem Gröbsten raus ist. Ich habe also die positive Besprechung zum Anlass genommen, das Spiel zu kaufen – auch, weil Faxanadu für mich so eine gute Erfahrung war. Kann ich vielleicht auch Kid Icarus mit einem Guide in der Hinterhand zum ersten Mal richtig genießen? Wäre doch nice!
Kid Icarus – Von Mythen und Monstern

Und weil es einfach dazu passt, habe ich den zweiten Teil von Kid Icarus auf dem Game Boy auch noch eingesammelt. Ich erinnere mich daran, dass mein Schulfreund Henning mir das mal geliehen hat. Geschafft habe ich es nie, aber da ist der Zug ja jetzt noch nicht abgefahren. Der zweite Teil ist wohl ein sehr ähnliches Spiel wie das auf dem NES. Aber man kann wohl nicht mehr so einfach sterben, wenn man daneben springt – denn es wird mehr gescrollt. Das ist vor allem der Übersicht geschuldet, denn auf dem kleinen Display des Game Boys lässt sich nicht so viel darstellen wie auf dem TV.
Ich muss mich an dieser Stelle auch echt mal bei Yannic bedanken – der seinen Vornamen so brutal groß auf die Vorderseite des Moduls geschrieben hat, dass es das Spiel für einen schmalen Taler gab – der eigentliche Grund, warum ich es überhaupt gekauft habe. Warum denn überhaupt auf die Vorderseite, Yannic? Der einzige Grund, den ich mir vorstellen kann, ist, dass der Name dann immer noch erkennbar ist, wenn das Modul in einem Game Boy steckt. Da hatte jemand echt Angst, beklaut zu werden. Entweder war Yannic paranoid oder in schlechter Gesellschaft – ich hoffe, es geht ihm gut.
Aktuell überlege ich, ob ich mal versuchen sollte, den Edding anzugehen – vielleicht mit einem Alkoholbad. Aber ich vermute, dass die Jahrzehnte dem Filzmarker-Fluid die Chance gegeben haben, das Plastik des Moduls durch und durch zu durchdringen und alle Versuche der Reinigung zum Scheitern verurteilt sind.
Mario Kart 7

Irgendwie bin ich ja gerade auf dem Weg, die Mario-Kart-Nische in meiner Sammlung zu schließen. Meine Motivation, die Titel zu spielen, ist aber gerade nicht so riesig – mir fehlen die Mitspieler. Meine Freundin wäre sicherlich bereit, mit mir zu spielen, dann jedoch lieber einen aktuellen Titel – also 8, bitte. Fair.
Aber ein ungespieltes Mario Kart günstig zu kaufen, einmal alle Tracks zu sehen und zu schauen, wie sich die Titel unterscheiden, unterhält mich dann doch schon mal für einen Abend – also habe ich Mario Kart 7 geshoppt, als es sich preisgünstig anbot. 11,50 € inklusive Versand bei eBay erschien mir vernünftig. Grundsätzlich fehlen mir noch Mario Kart 64, Super Circuit, DS und World – aber bei World schaue ich dann mal, wenn ich irgendwann vielleicht mal eine Switch 2 besitze. Ich denke, DS wird das nächste – irgendwann.
Max Payne 3

Max Payne ist eine dieser Franchises, die ich immer ein bisschen interessant fand – sehr edgelordig, aber eben auch interessant. Im Grunde hat die Spieleserie dem Film Matrix die Bullet Time und die Ledermäntel geklaut und damit eine gute und eine schlechte Wahl getroffen. Während Hauptcharakter Max in Zeitlupe durch die Luft fliegt und Bösewichte erschießt, sieht er aus wie das Klischee des amerikanischen Schoolshooters. Hauptcharakter Max ist ein typischer Antiheld auf einem Rachefeldzug gegen die Mörder seiner Familie und voll auf Drogen, um seine ständigen Kopfschmerzen zu bekämpfen. Das klingt schon total nach einem Spiel voller Klischees. Versteh mich nicht falsch: Klischees sind per se nicht schlecht, aber Klischees sind auch arm an Überraschungen – man kriegt, was man erwartet – Klischees eben. Aber ich will da auch eigentlich nicht so zynisch sein.
Trotzdem habe ich Lust, das mal auszuprobieren. Ich erwarte ein lineares Actionspiel mit coolen Setpieces. Die Kritiken sind gut und die Reihe hat viele Fans, und ich würde gerne – wenigstens nur einmal – in Zeitlupe fliegen, ballern und schauen, ob’s nicht Klick bei mir macht. Fünf Euro waren mir diesen Versuch wert.
Crypt Custodian

Hey, es geht mal wieder um Kyle Thompson – sorry. Ich habe mich ja mit Islets und Sheepo ein bisschen in die Art, wie dieser Entwickler Spiele entwickelt, verliebt. Jetzt ist auch sein drittes Spiel in physischer Form erschienen, und schaue ich mir den Trailer an, sehe ich mal wieder, was mir an Thompsons Spielen gefällt: Der Vibe stimmt.
Außerdem sehe ich eine irgendwie isometrisch anmutende Perspektive mit Platformerei, ein bisschen Bullet Hell und einen Katzenhausmeister. Bei Max Payne rede ich noch von Klischees und davon, wie ausgelutscht ich sie finde – hier umarme ich sie. Ich weiß. Ich weiß. Wie gesagt, Klischees können schon ok sein. Und ja, jeder hat einen anderen Geschmack, und auch das ist total ok. Ich sehe meinen Geschmack erst mal getroffen.
Kyle und sein Bruder haben auch schon das nächste Spiel im Anschlag: Well Dweller. Persönlich denke ich, er darf sich jetzt gerne Zeit lassen – auch wenn’s wieder cool aussieht und vor allem grafisch mal Neues probiert – aber die Titel dürfen für mich ruhig ein bisschen mehr Abstand dazwischen haben, um atmen zu können und frisch zu bleiben.
Was mich beim Warten auf den Release ein bisschen gewundert hat, ist, dass es anscheinend nur eine EU-Variante des Spiels gibt. Eine USK gibt es irgendwie nicht, und so vertreibt auch z. B. Amazon das Spiel gar nicht – nicht mal über andere Händler auf dem Marketplace. Idealo nennt nur eBay und Coolshop als Händler. Ich habe es durch Zufall schon vor drei Monaten bei Netgames für 25 € gesehen und vorbestellt – einfach, um auf Nummer sicher zu gehen. Und Netgames ist auch immer noch am günstigsten.

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